Die Grundlage des BIX-Leistungsvergleiches bilden vier Zieldimensionen, denen jeweils drei bis sechs Indikatoren zugeordnet werden. Gefragt wird dabei nach der Ausstattung, Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit und Entwicklungspotenzial in Bibliotheken.
Zieldimensionen und Indikatoren bilden dabei ein Indexsystem, das in Zusammenarbeit mit infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Rahmen einer Sekundäranalyse entwickelt und getestet wurde. Basis dieser Analyse bildeten die Ergebnisse zweier Projekte der Bertelsmann Stiftung zur Leistungsmessung, an denen sich insgesamt über 90 Bibliotheken beteiligten.
Von 1992 bis 1996 entwickelte und erprobte die Bertelsmann Stiftung in dem Projekt "Betriebsvergleich an Öffentlichen Bibliotheken" zusammen mit 18 Öffentlichen Bibliotheken ein umfassendes Instrumentarium zur Leistungsmessung Öffentlicher Bibliotheken. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Erhebung und dem Vergleich von Kennzahlen und Leistungsindikatoren zur Verbesserung der internen Steuerung der Bibliothek.
Die Leistungsindikatoren wurden innerhalb von vier Zieldimensionen definiert und bezüglich ihrer Handhabbarkeit für die Steuerung und Optimierung der Bibliotheksarbeit erprobt.
1994 entwickelte die Staatliche Büchereistelle für den Regierungsbezirk Düsseldorf ein Nachfolgeprojekt, in dem mit elf Bibliotheken die Methode weiterentwickelt und die Implementierung in die Praxis geleistet wurde. Damals hatten zahlreiche Fachstellen die Methode übernommen und lokale Vergleichsfamilien mit rund 80 Bibliotheken gegründet. Aufgrund der Kompetenz der Fachstellen wurde so neben der Datenerhebung auch die fachliche Beratung in der Analyse und der Umsetzung gewährleistet.
Insbesondere im Hinblick auf Verantwortliche in Politik und Verwaltung erschien es den Entwicklern des BIX sinnvoll, auf der Grundlage dieser Analyse-Instrumente eine Verdichtung der Daten auf wenige aussagekräftige Messgrößen anzustreben, die einen schnellen Überblick ermöglichen.
So liegt mittlerweile ein bewährtes Instrumentarium zur Leistungsmessung vor, das zudem ständig optimiert wird. Es kann helfen, Stärken und Schwächen zu identifizieren sowie Verbesserungen zu initiieren und messbar zu machen.
Das für den BIX entwickelte Indexsystem hat folgende Aufgaben:
![]() | Verdichtung des Datenbestandes |
![]() | Statistisch abgesicherte Analyse der Zusammenhangsstrukturen |
![]() | Reduzierung der erforderlichen Indikatoren |
![]() | Bereitstellung eines übergreifenden Einstufungssystems |
![]() | Vergleich über alle einbezogenen Bibliotheken |
![]() | Aggregierte Darstellung in Form eines Rankings |
![]() | Weitere Ergebniszusammenstellung für eine vertiefende Analyse |
![]() | Beispielhafte Aufarbeitung von "Best Practice" |
In der folgenden Übersicht sind die Zieldimensionen mit den jeweils ausgewählten Indikatoren aufgelistet. In den Angaben in Klammern sind die unterschiedlichen Gewichtungsfaktoren aufgeführt. Erkennbar ist dabei, dass die Indikatoren in den Zieldimensionen Auftragserfüllung und Kundenorientierung teilweise deutlich stärker gewichtet werden – d.h. diese Werte beeinflussen das Gesamtergebnis in weitaus höherem Maße als die Indikatoren der Zieldimensionen Wirtschaftlichkeit und Entwicklung.
Gewichtungen mit einem negativen Vorzeichen bezeichnen einen sogenannten negativen Zusammenhang, d.h. hier gilt die Bewertung "je weniger, desto besser" – im Gegensatz zu den anderen Indikatoren.
| Auftragserfüllung (Quantität) | Kundenorientierung (Qualität) | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Wirtschaftlichkeit | Entwicklung | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Berechnung des Indexes vollzieht sich nach folgenden Schritten:
![]() | Standardisierung der ausgewählten Indikatoren |
![]() | Gewichtung der Indikatoren nach Zusammenhangsgüte und / oder Datenqualität |
![]() | Vier Einzelindizes für die Zieldimensionen durch Summenbildung der standardisierten und gewichteten Indikatoren |
![]() | Summenbildung über die Indizes der Zieldimensionen mit identischen Gewichten pro Zieldimension |
![]() | Rangliste der einbezogenen Bibliotheken nach Einwohnerklassen. |
Die Berechnung des BIX erfolgt in mehreren Stufen - Ziel ist ein nachvollziehbarer summativer Index. Er liefert sowohl für die Zieldimensionen Auftragserfüllung, Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit und Entwicklung als auch für die einzelnen ausgewählten Indikatoren ein Leistungsergebnis der jeweiligen Bibliothek.
Da die Ausgangswerte aufgrund der unterschiedlichen Beträge jedoch nicht einfach addiert werden können, ist zunächst eine sogenannte Standardisierung erforderlich. Dabei werden die Werte, die in den Index eingehen, auf ein einheitliches Zahlenformat transformiert. Die Unterschiede zwischen den Ergebnissen einzelner Bibliotheken bleiben erhalten.
Nach einer zusätzlichen Gewichtung der jeweiligen Indikatoren werden die einzelnen Werte zunächst pro Zieldimension addiert. Die Gewichtung orientiert sich vor allem an der Datenqualität: hohe Gewichte für relativ stabile Indikatoren wie z.B. in der Dimension Kundenorientierung, niedrigere Gewichte für zeitlich stärker schwankende Indikatoren wie z.B. in der Dimension Entwicklung. Resultat ist ein Punktwert für jede Dimension.
Im letzten Schritt schließlich wird das Gesamtergebnis ermittelt. Dies errechnet sich aus der einfachen Addition der Punktwerte für jede der vier Zieldimensionen Auftragserfüllung, Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit und Entwicklung. Die Resultate liegen auf einer Skala zwischen 0 und 2.000 Punkten. Die Rangfolge der Bibliotheken ergibt sich aus dem erreichten Punktergebnis.
Beim BIX werden stets die aktuellen jährlichen Mittelwerte für die Indexberechnung verwendet. Dies bedeutet: Die Werte der einzelnen Indikatoren sind über die Jahre hinweg vergleichbar – nicht jedoch die Rangplätze der Bibliothek im Ranking! Auch wenn die Daten einer Bibliothek konstant geblieben sind, kann sich ihr Rangplatz dadurch verschieben, dass sich die Werte der anderen Bibliotheken verändert haben oder dass andere Bibliotheken ausgeschieden oder neu dazugekommen sind.
Ein wesentliches Charakteristikum des BIX sind mathematische und intellektuelle Plausibilitätskontrollen, die eine hohe Qualität der gelieferten Daten und verlässliche Aussagen garantieren.


